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	<title>BasisBibel Übersetzerblog</title>
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	<description>Markus Hartmann schreibt über die Übersetzungsarbeit an der BasisBibel.</description>
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		<title>&#8220;In Christus&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 16:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hartmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[1. Korintherbrief]]></category>
		<category><![CDATA[BasisBibel]]></category>
		<category><![CDATA[Römerbrief]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
		<category><![CDATA["in Christus"]]></category>
		<category><![CDATA[Paulus]]></category>
		<category><![CDATA[Taufe]]></category>
		<category><![CDATA[Zugehörigkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[In den Paulusbriefen begegnet man häufig einer kurzen Floskel, die gerne auch nachgestellt am Ende eines Satzes steht. Und weil man diese Floskel schon so oft gehört hat, liest man gerne darüber hinweg, ohne sich Gedanken zu machen, was eigentlich gemeint ist: &#8220;in Christus&#8221;.Zum Beispiel Römer 3,24:
Sie verdanken es also allein seiner Gnade,
wenn sie von Gott [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den Paulusbriefen begegnet man häufig einer kurzen Floskel, die gerne auch nachgestellt am Ende eines Satzes steht. Und weil man diese Floskel schon so oft gehört hat, liest man gerne darüber hinweg, ohne sich Gedanken zu machen, was eigentlich gemeint ist: &#8220;in Christus&#8221;.<span id="more-23"></span>Zum Beispiel Römer 3,24:</p>
<blockquote><p>Sie verdanken es also allein seiner Gnade,<br />
wenn sie von Gott als gerecht angenommen werden.<br />
Er schenkt es ihnen aufgrund der Erlösung in Christus Jesus.</p></blockquote>
<p>Gerne wird hier übersetzt: &#8220;aufgrund der Erlösung durch Christus Jesus&#8221;. Die Erlösung geschieht hier also eigentlich durch Christus. Nur, wenn Paulus das hätte sagen wollen, dann hätte er das auch so ausgedrückt. Ähnliche Aussagen (&#8220;durch Christus&#8221;) finden sich durchaus in seinen Briefen. Also muss etwas anderes gemeint sein.</p>
<p>Ein zweites Beispiel weist schon in die richtige Richtung: Römer 8,1:</p>
<blockquote><p>Es gibt also kein Strafgericht mehr<br />
für diejenigen in Christus Jesus.</p></blockquote>
<p>Ein instrumentales oder kausales Verständnis ist hier von vornherein ausgeschlossen. Nur fehlt dem Satz das Verb. Ganz deutlich wird es dafür zum Beispiel in 1 Korinther 1,30:</p>
<blockquote><p>Gott allein habt ihr es zu verdanken,<br />
dass ihr in Christus Jesus seid.</p></blockquote>
<p>und nun erhellt sich der Sinn: &#8220;in Christus&#8221; ist zunächst ganz wörtlich lokal zu verstehen. Nur, wie soll das gehen? Denken wir an die Vorstellung des Paulus vom &#8220;Leib Christi&#8221;: Die Glaubenden bilden einen Leib. Sie sind &#8220;im Leib Christi&#8221;, also &#8220;in Christus&#8221;. Etwas verständlicher formuliert: sie &#8220;gehören zu Christus&#8221;.</p>
<p>Uns ist diese lokale Vorstellung sicher fremd. Aber von der Übersetzung:; &#8220;zu Christus gehören&#8221;,  kommen wir auch zum richtigen Verständnis: Nur wenige hundert Jahre zurück bestimmte sich die Zugehörigkeit eines Menschen zu einem Staatswesen nicht über den Ort, an dem er lebte. Sondern die Zugehörigkeit zu einem Herrn. Dörfer z.B. &#8220;gehörten&#8221; zu einem Grafen oder einem Kloster. Und wechselten die Dörfer den Besitzer, dann wechselten die Bewohner eben sozusagen die Staatsangehörigkeit, zumindest aber die Zugehörigkeit.</p>
<p>Vielleicht ist das eine Brücke zum Verständnis der kleinen Floskel &#8220;in Christus&#8221;: &#8220;weil wir zu Christus gehören.&#8221; Indem wir in der Taufe in den Leib Christi eingegliedert wurden, sind wir in den Herrschaftsbereich von Christus eingegliedert worden. Deshalb hat nach Paulus die Sünde keine Macht mehr über uns.</p>
<p>Ein gedanklicher Schritt, der ein ganz neues Spektrum im Verständnis der Briefe des Paulus eröffnet!</p>
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		<title>Die Psalmen der BasisBibel</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 16:27:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Alexander Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[BasisBibel]]></category>
		<category><![CDATA[Psalmen]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungskriterien]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Alexander Fischer  
Mit der Übersetzung der Psalmen betritt die BasisBibel in doppelter Weise Neuland. Zum einen sind die Psalmen in Hebräisch geschrieben, also nicht in einer europäischen, sondern in einer orientalischen Sprache. Zum anderen handelt es sich bei den Psalmen nicht um Erzähltexte wie bei den Evangelien, sondern um poetische Gebetstexte. Ihre Übersetzung ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Alexander Fischer </em> </p>
<p>Mit der Übersetzung der Psalmen betritt die BasisBibel in doppelter Weise Neuland. Zum einen sind die Psalmen in Hebräisch geschrieben, also nicht in einer europäischen, sondern in einer orientalischen Sprache. Zum anderen handelt es sich bei den Psalmen nicht um Erzähltexte wie bei den Evangelien, sondern um poetische Gebetstexte. Ihre Übersetzung ist damit auch ein Stückweit an ihren Rhythmus und an ihre Bildsprache gebunden. Zur Einführung möchten wir dazu einige Besonderheiten vorstellen und beginnen mit einer Eigenart des Hebräischen. Denn in dieser Sprache gibt es auch Sätze, die gar kein Verb besitzen. Man nennt sie &#8220;Nominalsätze&#8221;. Ein Beispiel dazu ist Psalm 54,6. Der Vers lautet wörtlich übersetzt:</p>
<blockquote><p>Siehe: Gott Helfer mir /<br />
der Herr bei den Stützen meiner Seele.     </p></blockquote>
<p><span id="more-21"></span>Für gewöhnlich fügt man bei diesen Sätzen das Hilfsverb &#8220;sein&#8221; im Deutschen ein. Danach ergibt sich folgende Aussage:</p>
<blockquote><p>Siehe: Gott ist mir ein Helfer /<br />
der Herr ist bei den Stützen meiner Seele.    </p></blockquote>
<p>Doch ist auch eine solche Übersetzung noch mangelhaft. Denn der Nominalsatz möchte ja etwas darüber sagen, wer dieser Gott &#8220;ist&#8221; und wie er sich in der Gegenwart dem Beter und uns Menschen zeigt. In der BasisBibel wird der Vers deshalb so heißen:</p>
<blockquote><p>Sieh doch: Gott ist es, der mir zu Hilfe kommt, / <br />
der Herr ist unter denen, die mein Leben schützen.  </p></blockquote>
<p>In dieser Übersetzung ist noch erkennbar, dass es sich um einen Nominalsatz handelt. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, wer dieser Gott ist: Einer, der mir hilft und der unter meinen Freunden ist, die sich für mich einsetzen.</p>
<p>Mit diesem Beispiel sind wir auch schon bei der Poesie der Psalmen angelangt. Im Unterschied zum deutschen Gedicht gibt es allerdings im Hebräischen so gut wie keine Reimverse. Stattdessen zeigt sich die Kunst der hebräischen Dichtung in der Parallelaussage, die in Fachkreisen mit &#8220;Parallelismus membrorum&#8221; bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um eine ganz besondere Ausdrucksform orientalischer Poesie. Ein Gedanken, den man gerne mitteilen möchte, wird durch zwei parallele, einander ähnliche Aussagen beschrieben. Die Wahrheit liegt dann sozusagen in der Mitte. Auch dazu ein Beispiel, Psalm 50,20: </p>
<blockquote><p>Du redest schlecht von deinem Bruder, / <br />
und den Sohn deiner Mutter verleumdest du.   </p></blockquote>
<p>Man kann an diesem Vers schön sehen, wie sich die einzelnen Elemente der beiden Aussagen entsprechen: schlecht reden = verleumden, dein Bruder = Sohn deiner Mutter. Es gibt in den Psalmen sehr viele und unterschiedliche Varianten solcher Parallelaussagen. In der BasisBibel-Übersetzung soll diese Besonderheit natürlich zu erkennen sein. Wir haben uns deshalb entschieden, jeweils hinter die erste Halbzeile eine Schrägstrich zu setzen. Er zeigt an, dass eine zweite parallele Halbzeile folgt, die mit der ersten zusammengehört. Man hätte natürlich auch hinter den ersten Satz einen Punkt setzen und dadurch die Satzlänge verkürzen können. Aber dadurch würde die Parallelaussage getrennt, und das wäre schade.Es gibt freilich eine Reihe solcher Parallelaussagen in den Psalmen, die schwer verständlich sind. Das Problem dabei ist, dass man in der Übersetzung nicht einfach hergehen und die eine schwierige Hälfte umschreiben kann, die andere aber nicht. Denn dann geht die Ähnlichkeit beider Hälften kaputt. Einen besonders schwierigen Fall hatten wir in Psalm 51,7 zu lösen, den Luther so übersetzt hat:</p>
<blockquote><p>Siehe, ich bin als Sünder geboren,<br />
und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.    </p></blockquote>
<p>Die Übersetzung ist sehr missverständlich. Denn man könnte daran denken, dass die Sünde durch die Zeugung entstanden oder durch die Mutter an den Sohn weitergegeben worden sei. Aber das ist hier gar nicht gemeint. Vielmehr darf man die beiden Aussagen nicht trennen, sondern muss nach ihrem gemeinsamen Gedanken suchen. Nichts anderes möchte ja die hebräische Dichtung erreichen. Nun redet in Psalm 50 ein Mensch, der sich bewusst geworden ist, dass sein ganzes Leben in Schuld verstrickt ist. Sein ganzes Leben? Ja, das möchte er sagen, und deshalb rückt er den Anfang seines Lebens in den Blick. Von Anfang an findet er sich in einer Welt vor, die sich von Gott abwendet und im Zusammenleben versagt. Diese Erkenntnis möchte die Basis-Bibel-Übersetzung zur Geltung bringen und so lautet der erste Halbvers von Psalm 51,7:</p>
<blockquote><p>Sieh doch: In Schuld hinein wurde ich geboren, /    </p></blockquote>
<p>Nun war noch für den zweiten Halbvers eine Übersetzung zu finden, die eine parallele Aussage dazu bildet und sich nicht vom Hebräischen entfernt. Freilich sollte sie auch das Missverständnis vermeiden, dass die Empfängnis der Mutter etwas mit Sünde zu tun habe. Deshalb mussten beide Wörter möglichst weit auseinander stehen und die Erkenntnis des Beters in den Vordergrund gerückt werden. Der gesamte Vers lautet danach in der BasisBibel: </p>
<blockquote><p>Sieh doch: In Schuld hinein wurde ich geboren, / <br />
und in Sünde befand ich mich schon,<br />
als mich meine Mutter mit Lust empfangen hat.   </p></blockquote>
<p>In dieser Übersetzung kann man die Entsprechungen im hebräischen Text noch immer gut erkennen: Schuld = Sünde, geboren = empfangen. Doch ist jetzt deutlich, dass der Beter etwas über sich selbst aussagen möchte und seine Schuld nicht irgendwo anders etwa bei seiner Mutter sucht. Nebenbei bemerkt steht übrigens die Übersetzung &#8220;mit Lust empfangen&#8221; ganz nahe beim hebräischen Text. Denn dieser stellt die Liebe nicht in eine lustfeindliche Ecke.</p>
<p>Mit diesen wenigen Gedanken haben wir uns bereits ein Stückweit in das Neuland der Psalmen-Übersetzung vorgewagt. Unser Ziel ist es, die Schönheit und Fremdheit der Psalmensprache zu erhalten und zugleich einen guten und verständlichen Bibeltext zu schaffen.</p>
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		<title>Nicht über das hinaus, was geschrieben steht!</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Dec 2008 15:51:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hartmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[1. Korinther]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[BasisBibel]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich werde immer wieder gefragt, wie es denn mit der BasisBibel vorangeht. Nun ja, es geht voran! Wir sind so  sehr beschäftigt, dass ich schon lange nicht mehr zum Bloggen gekommen bin. Ich hoffe, im kommenden Jahr wird das wieder besser. Inzwischen bin ich mit der Redaktiond des 1. Korintherbriefs beschäftigt. Und im 4. Kapitel bin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich werde immer wieder gefragt, wie es denn mit der BasisBibel vorangeht. Nun ja, es geht voran! Wir sind so  sehr beschäftigt, dass ich schon lange nicht mehr zum Bloggen gekommen bin. Ich hoffe, im kommenden Jahr wird das wieder besser. Inzwischen bin ich mit der Redaktiond des 1. Korintherbriefs beschäftigt. Und im 4. Kapitel bin ich auf folgenden Vers gestoßen, den ich einmal versuche möglichst wörtlich wiederzugeben: &#8220;Dies aber, liebe Brüder, habe ich im Blick auf mich selbst und Apollos gesagt, um euretwillen, damit ihr an uns lernt, was es heißt: Nicht über das hinaus, was geschrieben steht!, damit sich keiner für den einen gegen den andern aufblase.&#8221; (1. Korinther 4,6)</p>
<p>Die Stelle gilt als eine der schwierigsten im ganzen 1. Korintherbrief, denn dem Satz &#8220;Nicht über das hinaus, was geschrieben steht!&#8221; fehlen ein paar ganz entscheidende Informationen. <span id="more-20"></span>Zunächst fehlt das Verb. Paulus schreibt wie so oft in Kurzform, man nennt das eine Ellipse. Das scheint für die Korinther kein Problem gewesen zu sein, denn der Satz ist deutlich als Zitat ausgewiesen. Und als Schlagwort ist das auch für uns durchaus noch verständlich: &#8220;Nicht über das hinaus, was geschrieben steht!&#8221; Wollte (oder müsste) man ein Verb ergänzen, dann kommt man ganz natürlich zu einer Lösung, z.B. im Imperativ: &#8220;Geht nicht über das hinaus…&#8221; bzw. &#8220;Ihr sollt nicht über das hinausgehen&#8221;. Wobei hierzu gleich anzumerken ist, dass zum Verb auch ein Subjekt gefunden werden muss. Denkbar wäre auch: &#8220;wir sollen nicht über das hinausgehen…&#8221; Als Arbeitshypothese können wir wohl zumindest festhalten, dass der Satz auffordernden Charakter hat.</p>
<p>Größere Schwierigkeiten als die Frage nach dem Verb oder Subjekt wirft dann aber die Frage nach der Sache, also nach dem, &#8220;was geschrieben steht&#8221;, auf. Denn das sperrt sich gegen eine vorschnelle Identifizierung. Sollte Paulus die Heilige Schrift, also unser Altes Testament – egal ob in der Form der hebräischen Bibel oder der griechischen Übersetzung, also der Septuaginta – meinen, dann hätte er wohl eher wie sonst auch von der Schrift oder den Schriften gesprochen. Bezieht er sich auf seine eigenen, unmittelbar vorausgehenden Aussagen, dann müsste er &#8221;was ich schreibe&#8221; bzw. &#8221;was ich geschrieben habe&#8221; schreiben. Selten sind sich die Kommentatoren so uneins. An ehrlichsten sind dabei noch die, die den Satz für „völlig unverständlich“ halten und damit kapitulieren. Ansonsten reichen die Lösungsvorschläge vom Versuch, doch irgendwie den Bezug auf das gesamte AT zu retten über den Hinweis, dass sich &#8221;was geschrieben steht&#8221; auf die alttestamentlichen Zitate im Brief bezieht oder – so eine weiter Hypothese – auf die ersten 4 Kapitel des Briefs selber bis hin zum Verweis auf einen früheren, nicht erhalten gebliebenen Brief. Als letztes nenne ich nur noch die nicht unbegründete Hypothese, Paulus beziehe sich auf schriftliche Vereinbarungen oder Verträge, mit denen schon früher strittige Fragen geklärt und beigelegt wurden. Quasi eine Art frühes Kirchenrecht oder erste Dogmen. – Nun ja, das Problem kann ich noch gar nicht sofort lösen. An dieser Stelle ist man nun tatsächlich auf die Auslegung, auf die sorgfältige Exegese des Textes angewiesen, wenn man den Text verstehen oder in der Übersetzung verständlich machen möchte. </p>
<p>Die Stelle hat mich aber noch in einer ganz anderen Hinsicht beschäftigt. Sie hat mich – und ich bin mir der Gefährlichkeit solcher direkten Übertragung auf eine ganz andere Situation bewusst – an die Anforderungen an jede Übersetzung der Bibel erinnert. Paulus verweist ja auf seine eigene Verkündigungstätigkeit und die des Apollos, die die Korinther gegeneinander ausspielen. Und Übersetzung ist ja letztendlich nichts anderes als Verkündigung: &#8220;Nicht über das hinaus, was geschrieben steht!&#8221; Das klingt zunächst nach einem sehr einfachen Kriterium. Die gerade skizzierten Probleme bei der Übersetzung bzw. der Auslegung dieses einen Verses lassen aber schon ahnen, dass es bei der tatsächlichen Ausgestaltung der Übersetzung ebenfalls nicht so einfach ist. Würden wir den Grundsatz streng dahingehend auslegen, dass eine Übersetzung nur Wort für Wort von der einen in die andere Sprache übertragen darf, dann wäre das Ergebnis so etwas wie eine Interlinearübersetzung: Jedes griechische Wort wird durch ein deutsches Wort ersetzt. Verständlich ist das nicht. </p>
<p>An diesem Punkt bin ich auf eine Stelle bei Martin Luther gestoßen. Er legt in seinem &#8220;Sendbrief vom Dolmetschen&#8221; sehr genau Rechenschaft darüber ab, wie er übersetzt. Und zu einem Übersetzungsbeispiel aus Daniel schreibt er über den Umgang mit der hebräischen Sprachgestalt: &#8220;Darum muss ich hier die Buchstaben fahren lassen und erforschen, wie der deutsche Mann das ausdrückt, welches der hebräische Mann mit [einem bestimmten Begriff – hier] ‚isch chamudoth‘ meint.&#8221; In Klammern bemerkt: Eines der bekannten Zitate, das gerne mit einem anderen, noch bekannteren Zitat vermischt wird.</p>
<p>In besagtem Sendbrief beklagt Luther sich über billige, verfälschte Kopien seines Neuen Testaments. Also das Zeugnis eines frühen Urheberrechtstreits. Zugleich wehrt er sich gegen den in diesem Zusammenhang erhobenen Vorwurf, er verfälsche die Aussage der Heiligen Schrift. Er zeigt vielmehr auf, dass seine Übersetzung sehr wohl dem Geist der Schrift treu ist, auch wenn er gelegentlich im Wortlaut von ihr abweicht:</p>
<p>„Ich hab mich beim Übersetzen beflissen, dass ich reines und klares Deutsch geben möchte. Und ist uns wohl oft begegnet, dass wir vierzehn Tage, drei, vier Wochen ein einziges Wort gesucht und [danach] gefragt haben, habens [aber] dennoch zuweilen nicht gefunden. […] Mein Lieber, jetzt wo es verdeutscht und fertig ist, kanns jeder lesen und meistern. Jetzt läuft einer mit den Augen durch drei, vier Blätter hindurch, und stößt nicht einmal an; wird aber nicht gewahr, welche Steine und Klötze da gelegen haben. Wo er jetzt drüber hingeht wie über ein gehobeltes Brett, da haben wir schwitzen und uns ängstigen müssen, ehe wir denn solche Steine und Klötze aus dem Wege räumten, auf dass man so fein dahergehen könnte.“ Damit hat er schon ein wichtiges Kriterium für eine gute Übersetzung benannt: Sie muss dem Leser dienen. Darin ist sie zunächst auch nur der Zielsprache – also dem Deutschen – verpflichtet: &#8220;Denn man muss nicht die Buchstaben in der lateinischen Sprache fragen, wie man deutsch reden soll, wie dies die Esel tun; sondern man muss die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gasse, den einfachen Mann auf dem Markt danach fragen, und denselben auf das Maul sehen, wie sei reden, und danach übersetzen, so verstehen sie es denn, und merken, das man deutsch mit ihnen redet.&#8221; Hierin funkelt schon ein klein wenig Autonomie der Übersetzung gegenüber Einflüssen von Außerhalb der Schrift auf: Nicht die zeitgenössische Theologie, nicht die approbierte lateinische Übersetzung ist maßgeblich für die deutsche Übersetzung, sondern zunächst die Erfordernisse der deutschen Sprache.</p>
<p>&#8220;Doch habe ich umgekehrt&#8221; – schreibt Luther weiter – &#8220;die Buchstaben nicht allzu frei fahren lassen, sondern mit großer Sorgfalt samt meinen Gehilfen darauf geachtet. Wo es etwa auf eine Stelle ankommt, habe ichs nach den Buchstaben behalten, und bin nicht so frei davongegangen&#8221;. Jetzt wird deutlich, was das eigentliche Kriterium für seine Übersetzung ist: Die Treue gegenüber dem Ausgangstext.  Im Grunde ganz nach dem Grundsatz von 1. Korinther 4,6: &#8220;Nicht über das hinaus, was geschrieben steht!&#8221; Und wo die Übersetzung doch über den Ausgangstest hinausgeht, muss es einen triftigen Grund geben. So schreibt Luther nach einer langen Diskussion um das hinzugefügte &#8220;allein&#8221; in Römer 3,28: &#8220;Weil nun die Sache im Kern selbst fordert, dass man sage: &#8216;allein der Glaube macht gerecht&#8217;, und es unserer deutschen Sprache Art (ist), die auch lehrt, solches so auszudrücken, ich dazu der heiligen Väter Exempel habe, und auch die Gefahr der Menschen dazu zwingt, dass sie nicht an den Werken hängenbleiben und den Glauben verfehlen und Christus verlieren […], so ists nicht allein recht, sondern auch hoch vonnöten, dass man aufs allerdeutlichste und vollständigste heraussage: allein der Glaube ohne Werke macht fromm.&#8221; (M. Luther, Sendbrief 643)</p>
<p>Was lerne ich daraus? Eine Übersetzung ist zunächst ihren Leserinnen und Lesern verpflichtet. Dann, und nicht weniger, dem Ausgangstext. Und drittens dem rechten Sinn des Textes, denn die wörtlichste oder schönste Übersetzung taugt nicht, wenn sie zu einem falschen Verständnis führt. Das ist bisweilen eine rechte Gradwanderung. Wo ich in eine Richtung deutlich ausweichen muss, also entweder wörtlicher bleiben, als für die Verständlichkeit verantwortbar, oder freier werden muss, muss ich sehr genau begründen können warum. Die Richtschnur bleibt das, &#8220;was geschrieben steht&#8221;. Die Übersetzung muss sich am Wortlaut messen lassen. Geht sie darüber hinaus, was im Text steht, heißt es aufpassen. Ich möchte mit einem letzten Zitat von Luther schließen, das vielleicht die wichtigste Voraussetzung für eine gute Übersetzung nennt:</p>
<p>&#8220;Ah, es ist Dolmetschen ja nicht eines jeglichen Kunst, wie die tollen Heiligen meinen. Es gehöret ein recht, fromm, treu, fleißig, furchtsam, christlich, gelehret, erfahren, geübet Herz dazu. Darum meine ich, dass kein falscher Christ noch Rottegeist treulich übersetzen könne.&#8221; (Zitiert nach K. Aland (Hg.), Luther Deutsch. Bd. 5: Die Schriftauslegung, Göttingen, 4. Aufl. 1990)</p>
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		<title>Ethik und Verantwortung des Übersetzens</title>
		<link>http://blog.basisbibel.de/2008/07/04/ethik-und-verantwortung-des-ubersetzens/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Jul 2008 15:17:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hartmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Letzten Monat fand am 3. und 4. Juni im Missionshaus Bibelschule Wiedenest das 4. Forum Bibelübersetzung statt. Das ist eine Veranstaltung, bei der sich Bibelübersetzerinnen und -übersetzer aus ganz Deutschland, TheologInnen, PhilologInnen, kurz: WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Disziplinen treffen, um sich über ihre Arbeit auszutauschen. Die Themen sind dabei recht weit gespannt. Eines der wichtigsten Themen war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzten Monat fand am 3. und 4. Juni im <a target="_blank" href="http://www.wiedenest.de">Missionshaus Bibelschule Wiedenest</a> das 4. Forum Bibelübersetzung statt. Das ist eine Veranstaltung, bei der sich Bibelübersetzerinnen und -übersetzer aus ganz Deutschland, TheologInnen, PhilologInnen, kurz: WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Disziplinen treffen, um sich über ihre Arbeit auszutauschen. Die Themen sind dabei recht weit gespannt. Eines der wichtigsten Themen war diesmal die Frage nach Ethik und Verantwortung des Übersetzens. <span id="more-19"></span></p>
<p>Was aber bedeutet Ethik im Zusammenhang mit Übersetzen? Vielleicht ganz einfach: zu wissen, dass man in vielfältiger Verantwortung steht, und danach zu handeln. Was heißt das? Beim Übersetzen stehe ich in mehrfacher Hinsicht in Verantwortung: Zum Beispiel gegenüber meinen Lesern, für die ich übersetze. Denn ich soll ja so übersetzen, dass sie einen Text (richtig) verstehen,  den sie ohne meine Arbeit nicht verstehen könnten. Das bedeutet auch, dass ich da nicht wissentlich und willentlich falsch übersetzen und meine Leser dadurch in die Irre führen darf. Umso weniger, wenn es um das Wort Gottes geht. Da steht mir eindrücklich die Warnung von Jesus vor Augen: <a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibelstelle/Lk 17,1-2" title="Lukas 17,1-2">Lukas 17,1-2</a>.</p>
<p>Dann habe ich als Übersetzer auch Verantwortung gegenüber dem Autor des Textes. Gut, die Evangelisten leben nicht mehr. Aber ihr Text ist uns ja überliefert. Und bei der Übersetzung muss ich auch darauf achten, den Text zu seinem Recht kommen zu lassen und ihn nicht meinen Ideen, was denn gemeint sein könnte, unterzuordnen. D.h. im Idealfall sollte ich vorurteilsfrei an meinen Text herangehen.</p>
<p>Jetzt kann man einwenden, dass das überhaupt nicht möglich ist. Ich habe immer schon ein Vorverständnis und eigene Vorurteile. ich komme ja nicht im luftleeren Raum zur Welt und bin immer in mein soziales Umfeld eingebunden. Das ist richtig. Natürlich bin ich auch nicht unbelastet, naiv und ahnungslos. Sonst wäre ich ja auch garnicht in der Lage, zu übersetzen (Altgriechisch in der Ausprägung der Koine gehört ja nicht gerade zur heutigen Umgangssprache). Und mein theologisches Studium kann ich auch nicht einfach über Bord werfen. Aber ich kann mir dessen bewusst sein. Ich weiß, dass ich ein Vorverständnis. Und indem ich das weiß, bin ich auf der Hut. Das macht den Unterschied. Ich weiß immer, dass ich Gefahr laufe, meinen Vorurteilen zu erliegen. Deshalb schaue ich dann auch ganz besonders genau hin und prüfe meine Entscheidung, wenn mit die Arbeit besonders leicht von der Hand zu gehen scheint.</p>
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		<title>Der zwölfte Apostel</title>
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		<pubDate>Fri, 09 May 2008 11:54:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hartmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andacht]]></category>
		<category><![CDATA[Apostelgeschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Pfingstfest steht vor der Tür und ich habe schon die Pfingsterzählung im Ohr, da stolpere ich über einen kleinen, unscheinbaren Text, der aufs erste Lesen so gar keinen Sinn machen will. Der auch für den Fortgang der Geschichte keine Bedeutung zu haben scheint. Denn von diesem Ereignis und von den Personen, die dabei eine Rolle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Pfingstfest steht vor der Tür und ich habe schon die Pfingsterzählung im Ohr, da stolpere ich über einen kleinen, unscheinbaren Text, der aufs erste Lesen so gar keinen Sinn machen will. Der auch für den Fortgang der Geschichte keine Bedeutung zu haben scheint. Denn von diesem Ereignis und von den Personen, die dabei eine Rolle spielen, wird in der Apostelgeschichte nicht mehr die Rede sein. Und dabei hat dieser Text für Lukas eine immense Bedeutung. Ihm kommt gleichsam eine Schlüsselstellung zu. Die Rede ist &#8211; natürlich &#8211; von der Berufung des Matthias zum Apostel in <a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibelstelle/Apg%201,15-26" title="Apostelgeschichte 1,15-26">Apostelgeschichte 1,15-26</a>.<span id="more-18"></span></p>
<p>Was macht nun die Erzählung so bedeutend? Zunächst: sie steht an der Nahtstelle zwischen dem Abschied Jesu an Himmelfahrt und dem Beginn der Apostelmission an Pfingsten. Sie ist das Bindeglied zwischen der Jesuszeit und der gegenwärtigen Missionskirche. Kurz vor Pfingsten versammeln sich in Jerusalem die verblieben elf Apostel &#8211; Judas hat den Kreis ja verlassen und sein grausiges Schicksal wird von Petrus berichtet &#8211; und dazu noch weitere Jünger, so dass insgesamt 120 Personen anwesend sind. Sie Beten. Dann werfen sie das Los, um einen neuen zwölften Apostel zu wählen. Und die Wahl fällt auf Matthias.</p>
<p>Entscheidend ist hier wohl eine Vorstellung aus dem Jesajabuch, genauer aus dem so genannten Deuterojesaja (<a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibelstelle/Jes%2040-50" title="Jesaja 40-50">Jes 40-55</a>). Es ist die Vorstellung, das Israel vor der ganzen Welt als Zeuge für Gott steht. Für Lukas bildet die junge christliche Gemeinde das neue Israel. Die Zwölfzahl der Apostel repräsentieren dabei die zwölf Stämme des neuen Israels. Das erfordert die Nachwahl von Matthias. Und auch die 120 insgesamt versammelten Jünger sind nicht ganz willkürlich gewählt. Sie bilden die Vollzahl der für die Wiedergeburt Israels nötigen Personen: Nämlich 12 Stämme mit jeweils mindestens 10 Personen, die eine gültige Gemeinde bilden. Petrus zitiert zweimal explizit aus dem Buch der Psalmen. Das erste Psalmzitat aus <a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibeltext/Ps%2069,26" title="Psalm 69,26">Ps 69,26</a> hatte sich mit dem Weggang des Judas erfüllt. Das zweite aus <a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibeltext/Ps%20109,8" title="Psalm 109,8">Ps 109,8</a> muss dagegen noch erfüllt werden: Die Reihe der Zwölf muss wieder geschlossen werden. Die Wahl des Nachfolgers von Judas erfolgt dabei nach Lukas genauso wie die Wahl der Jünger zu Beginn: durch den Heiligen Geist. Der Nachfolger muss dabei bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Er muss Zeuge der Auferstehung sein, d.h. er muss bei allen Zusammenkünften der Elf nach Ostern dabei gewesen sein. Und er muss von Anfang an gemeinsam mit den Jüngern Jesus nachgefolgt sein. Kurz: Er muss den ganzen Weg Jesu von der Taufe durch Johannes bis zur Himmelfahrt miterlebt haben. Das qualifiziert ihn zum Apostel, zum Zeugen von besonderem Rang. Denn die Apostel sind die eigentlichen Christuszeugen. Das sind sie nicht aus sich selbst. Der Heilige Geist ermöglicht die Zeugenschaft der Apostel und leitet so den Siegeslauf des Evangeliums ein. Mit der Wahl des Matthias ist der Zwölferkreis und damit das neue Israel rekonstituiert. Das muss vor Pfingsten geschehen, denn die Ankunft des Geistes über alles Fleisch verlangt, dass das neue Israel, das von den Zwölf repräsentiert wird, an Pfingsten vollzählig zugegen ist.</p>
<p>Die Apostel haben grundlegende Bedeutung für die Kirche: Indem die junge christliche Gemeinde an der Lehre der Apostel festhält, garantieren die Zwölf gleichzeitig für die Zuverlässigkeit der Jesusüberlieferung. Denn ihre Verkündigung lebt in der Kirche weiter. Die Zwölfzahl ist deshalb auch nur für den Anfang der Zeugentätigkeit der Apostel nötig und der Kreis der Apostel muss auch nach dem Tod des Jakobus (<a target="greybox" href="http://ww.basisbibel.de/bibeltext/Apg%2012,2" title="Apostelgeschichte 12,2">Apg 12,2</a>) nicht mehr ergänzt werden.</p>
<p>Damit wäre die Verkündigung des Evangeliums gut in der Kirche aufgehoben. Nur werden die Apostel als Zeugen für Jerusalem, Judäa und Samarien berufen. Von einer Zeugenschaft der Apostel am Ende der Erde ist nicht die Rede, nicht einmal für Syrien, Kleinasien oder Griechenland. Zwar bekommen die Apostel die Verheißung, dass sich die Botschaft von Jesus über die ganze Welt ausbreiten wird. Es bleibt aber offen, dass das durch andere geschieht. Paulus wird das Evangelium zu den Heiden bringen. Und sein Weg endet mit der Apostelgeschichte in Rom. Aber nicht einmal dabei ist sicher, ob das Evangelium mit Paulus in Rom das Ende der Erde erreicht hat, oder ob die Verkündigung nicht vielmehr weitergeht. Weitergehen muss. Bis heute.</p>
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		<title>Die Sprache der Apostelgeschichte</title>
		<link>http://blog.basisbibel.de/2008/04/24/die-sprache-der-apostelgeschichte/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Apr 2008 14:43:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hartmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Apostelgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[BasisBibel]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>

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		<description><![CDATA[Hand aufs Herz: Wer von euch hat schon einmal die Apostelgeschichte gelesen? &#8211; Ehrlich? Ganz von vorne bis hinten? Das solltet ihr einmal! Gemeinhin kennt man ja noch die Texte, die man so in der Kirche hört, an Himmelfahrt oder Pfingsten. Oder vielleicht noch die Geschichte von Stephanus am 2. Weihnachtstag. Und dann auch eher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hand aufs Herz: Wer von euch hat schon einmal die Apostelgeschichte gelesen? &#8211; Ehrlich? Ganz von vorne bis hinten? Das solltet ihr einmal! Gemeinhin kennt man ja noch die Texte, die man so in der Kirche hört, an <a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibeltext/Apg1,4-12" title="Apostelgeschichte 1,4-12">Himmelfahrt</a> oder <a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibeltext/Apg2,1-13" title="Apostelgeschichte 2,1-13">Pfingsten</a>. Oder vielleicht noch die Geschichte von <a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibeltext/Apg7,54-59" title="Apostelgeschichte 7,54-59">Stephanus</a> am 2. Weihnachtstag. Und dann auch eher die Erzählungen. Aber das ist nur die halbe Miete. <span id="more-17"></span>Viel interessanter sind eigentlich die Reden. Ja, ich weiß. Auf&#8217;s erste Lesen machen die nicht gerade viel Lust. Dass der Petrus auch immer so lange reden musste. (Oder noch viel schlimmer: Paulus &#8211; predigt so lange, dass seine Zuhörer einschlafen und aus dem Fenster zu Tode stürzen. Lies nach: <a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibelstelle/Apg20,7-12" title="Apostelgeschichte 20,7-12">Apostelgeschichte 20,7-12</a>!) Und doch immer das Gleiche sagt. Wirklich?</p>
<p>Das faszinierende an der Apostelgeschichte ist, dass Lukas eben sehr genau unterscheidet. Nämlich, wer zu wem spricht. Petrus spricht anders als Paulus und Stephanus anders als Jakobus. Jakobus zum Beispiel spricht eher ein sehr aramäisch gefärbtes Griechisch, so als ob heute ein Japaner Englisch spricht. In <a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibeltext/Apg15,14" title="Apostelgeschichte 15,14">Apostelgeschichte 15,14</a> spricht er Simon Petrus mit dem eher altertümlich klingenden Namen &#8220;Simeon&#8221; an. Die meisten Übersetzungen korrigieren das allerdings stillschweigend.</p>
<p>Und nicht nur das: Lukas unterscheidet auch sehr genau, zu wem jemand spricht. Petrus spricht am <a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibeltext/Apg2,14-36" title="Apostelgeschichte 2,14-36">Pfingsttag</a> anders zu den Juden, als zu <a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibeltext/Apg10,23-33" title="Apostelgeschichte 10,23-33">Kornelius</a> oder zu den <a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibeltext/Apg11,1-18" title="Apostelgeschichte 11,1-18">Jüngern</a>. Und Paulus zu den Juden anders als zu den Griechen; ja sogar zu den Griechen, die der Synagoge nahestanden, obwohl sie Heiden waren, anders als zu den übrigen Griechen.</p>
<p>Diese Differenziertheit finde ich ausgesprochen faszinierend. Sie zeigt wieder einmal, was für ein ausgezeichneter Erzähler Lukas ist. Vielleicht zeigt sie auch, wie gut Lukas das recherchiert hat, was er schreibt.</p>
<p>Überhaupt ist das, was er schreibt, das eigentlich Wesentliche. Je weiter ich in der Apostelgeschichte lese, umso mehr gelange ich zu der Überzeugung, dass man das Lukasevangelium ohne die Apsotelgeschichte nur zur Hälfte verstehen kann. Denn in der Apostelgeschichte erfüllen sich viele Ankündigungen und Zusagen aus dem Evangelium. Und noch viel wichtiger: In der Apostelgeschichte wird das Geschehen des Evangeliums in seienr Bedeutung für die ganze Welt gedeutet. Hier legt Lukas den Plan Gottes aus: die Heilsgeschichte von Abraham an, die Geschichte Gottes mit seinem Volk. Er begründet, warum Jesus sterben musste und was es für uns bedeutet, dass er vom Tod auferstanden ist. Und nicht zuletzt liefert die Apostelgeschichte uns die Grundlage, auf der wir Christen sein können. Denn nach dem Verständnis der Bibel sind wir von der Abstammung her Heiden. In der Apostelgeschichte lesen wir, dass Gott selbst uns den Weg zu Jesus geöffnet hat. Er will, <a target="greybox" href="http://www.basisbibel.de/bibeltext/Apg15,7-9" title="Apostelgeschichte 15,7-9">dass wir alle zu ihm kommen</a>. Und das er damit Ernst macht, sehen wir an der Geschichte der Ausbreitung des frühen Christentums über die Grenzen Judäas und Galiläas hinaus. Das ist für mich zunächst die größte und wichtigste Botschaft der Apostelgeschichte</p>
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		<title>Meilenstein!</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Mar 2008 15:28:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hartmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[BasisBibel]]></category>

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		<description><![CDATA[Die BasisBibel hat einen ersten Meilenstein erreicht! Die vier Evangelien sind abgeschlossen und demnächst auch überall im Buchandel zu bekommen: als Buch und DVD-ROM (übrigens mit vollständigem Hörbuch der vier Evangelien! Und mit was für Sprechern!) und natürlich als Gesamtpaket mit beidem. Wer mehr dazu wissen möchte findet die Informationen unter http://www.basisbibel.de/was-ist-die-basisbibel.
Das macht mich auch ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die BasisBibel hat einen ersten Meilenstein erreicht! Die vier Evangelien sind abgeschlossen und demnächst auch überall im Buchandel zu bekommen: als <a target="_blank" href="http://www.basisbibel.de/index.php?id=283">Buch</a> und <a target="_blank" href="http://www.basisbibel.de/was-ist-die-basisbibel/die-basisbibel-software/">DVD-ROM</a> (übrigens mit vollständigem <a target="_blank" href="http://www.basisbibel.de/was-ist-die-basisbibel/das-basisbibel-hoerbuch/" title="BasisBibel-Hörbuch">Hörbuch</a> der vier Evangelien! Und mit was für <a target="_blank" href="http://www.basisbibel.de/was-ist-die-basisbibel/das-basisbibel-hoerbuch/" title="BasisBibel-Hörbuch">Sprechern</a>!) und natürlich als Gesamtpaket mit beidem. Wer mehr dazu wissen möchte findet die Informationen unter <a target="_blank" href="http://www.basisbibel.de/was-ist-die-basisbibel">http://www.basisbibel.de/was-ist-die-basisbibel</a>.</p>
<p>Das macht mich auch ein bisschen Stolz. Denn in diesem Paket steckt viel Arbeit. Und es macht mich dankbar. <span id="more-16"></span>Denn diese Arbeit schenkt mir viele interessante Stunden bei der Übersetzung und viel Zeit zum Nachdenken über die Bibel. Wer kann das schon? Einmal die ganze Bibel (zumindest das neue Testament) von vorn bis hinten zu übersetzen und gründlich darin zu forschen. Sich die Zeit nehmen zu können, den Text bis in die Tiefe hinein zu verstehen. Das empfinde ich als echtes Privileg und Geschenk Gottes! Dafür danke ich Ihm und bitte Ihn, uns bei dieser Arbeit zu begleiten. Ich freue mich und hoffe, dass mir dieses Privileg und Geschenk für die vielen Bücher der Bibel, die noch vor mir liegen, weiterhin gewährt wird.</p>
<p>Jetzt stellen wir aber erst einmal die vier Evangelien auf der Leipziger Buchmesse vor. Wer vorbeischauen möchte: Die Leipziger Buchmesse geht vom 13.-16. März. Und uns findet ihr in <strong>Halle 3, Stand A 300. </strong>Das ist gleich <strong>bei der Leseinsel Religion</strong>.</p>
<p>Vieles ist neu, bewährtes bleibt gleich. Das Aussehen der BasisBibel hat sich geändert. Neue Farben und neue Bilder. Und eine neue Erscheinungsweise. Nämlich alle vier Evangelien in einem Band: &#8220;BasisBibel. Die 4 Evangelien&#8221;. Im neuen Gewand erstrahlt auch die Software. Und &#8211; auch das habe ich schon gesagt &#8211; auf der DVD-ROM sind jetzt alle vier Evangelien als Hörbuch enthalten. Und &#8211; vielleicht das wichtigste &#8211; der Name hat sich geändert. Denn jetzt heist die BasisBibel auch auf dem Titel &#8220;BasisBibel&#8221;.</p>
<p>Neu ist auch das Internetportal. Das erreicht ihr künftig unter der Adresse <a href="http://www.basisbibel.de/">www.basisbibel.de</a>. Aber keine Angst: die alte Adresse ist auch noch gültig. Dort findet ihr viele <a target="_blank" href="http://www.basisbibel.de/was-ist-die-basisbibel/">Informationen zur BasisBibel</a>, eine <a target="_blank" href="http://www.basisbibel.de/basisbibel-online/bibeltext/">Online-BasisBibel</a> und vor allem den ganzen Bereich zum <a target="_blank" href="http://www.basisbibel.de/mitmachen-bei-der-basisbibel/">Mitmachen an der Übersetzung</a>. Schaut doch mal vorbei! Dort erfahrt ihr auch, wie ihr Testleser werden könnt. Denn: Jetzt geht es wieder los! Wir starten jetzt durch mit der Apostelgeschichte. Und auch da zählt wieder deine Meinung!</p>
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		<title>Ein guter Anfang!</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jan 2008 16:26:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hartmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andacht]]></category>
		<category><![CDATA[BasisBibel]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Zurück aus meinem Weihnachtsurlaub wünsche ich euch allen ein gutes und gesegnetes Neues Jahr 2008!
Rechtzeitig zum Jahresschluss konnten wir die Übersetzung des Johannesevangeliums abschließen. Den Text könnt ihr inzwischen unter www.basisbibel.de/basisbibel-online begutachten. Ich bin gespannt auf eure Rückmeldungen! Und dieses (vorläufig) gute Ende möchte ich zum Anlass nehmen, das Jahr mit einem guten Anfang zu beginnen, nämlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zurück aus meinem Weihnachtsurlaub wünsche ich euch allen ein gutes und gesegnetes Neues Jahr 2008!</p>
<p>Rechtzeitig zum Jahresschluss konnten wir die Übersetzung des Johannesevangeliums abschließen. Den Text könnt ihr inzwischen unter <a href="http://www.basisbibel.de/basisbibel-online">www.basisbibel.de/basisbibel-online</a> begutachten. Ich bin gespannt auf eure Rückmeldungen! Und dieses (vorläufig) gute Ende möchte ich zum Anlass nehmen, das Jahr mit einem guten Anfang zu beginnen, nämlich mit dem wunderschönen einleitenden Text des Johannesevangeliums, dem Johannesprolog. <span id="more-14"></span>Der enthält nämlich schon das ganze Evangelium. Unsere Lektoratsleiterin, Frau Dr. Jahr, hat zu diesem Text sehr gute Gedanken in einer Andacht zum ersten Advent zusammengetragen. Und diesen Text möchte ich euch &#8211; mit ihrer ausdrücklichen Erlaubnis &#8211; nicht vorenthalten.:</p>
<p><a href="http://blog.basisb.de/wp-content/uploads/2008/01/johannesprolog.pdf" title="Der Der Prolog des Johannes-Evangeliums (Joh 1,1-18)">Der Prolog des Johannes-Evangeliums (Joh 1,1-18)</a> </p>
<p>Der erste Advent ist zwar schon ein paar Wochen her. Er ist aber auch ein Anfang, nämlich der Anfang des neuen Kirchenjahres. Und vielleicht ist ja dieser Anfang auch für den einen oder die andere von euch ein Anreiz, einmal das ganze Johannesevangelium zu lesen. Es lohnt sich wirklich! Vor allem am Stück! Das ist mir im vergangenen Jahr wieder ganz neu bewusst geworden!</p>
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		<title>Die schwierige einfache Sprache</title>
		<link>http://blog.basisbibel.de/2007/11/08/die-schwierige-einfache-sprache/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Nov 2007 16:56:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hartmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[BasisBibel]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungskriterien]]></category>

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		<description><![CDATA[Neulich war ich in Amsterdam auf einer interessanten Konferenz, der PLAIN 2007. Drei Tage lang unterhielten sich Fachleute aus der ganzen Welt darüber, wie man wichtige Sachverhalte möglichst einfach und für alle verständlich ausdrücken kann. Die Konferenzteilnehmer kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen, von Politik über Verwaltung, Juristen, Finanzwesen, Gesundheitswesen bis hin zu Bildung und Wissenschaft. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich war ich in Amsterdam auf einer interessanten Konferenz, der <a target="_blank" href="http://www.plain2007.com/index.php?ac=lang&amp;lang=en" title="PLAIN 2007">PLAIN 2007</a>. Drei Tage lang unterhielten sich Fachleute aus der ganzen Welt darüber, wie man wichtige Sachverhalte möglichst einfach und für alle verständlich ausdrücken kann. Die Konferenzteilnehmer kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen, von Politik über Verwaltung, Juristen, Finanzwesen, Gesundheitswesen bis hin zu Bildung und Wissenschaft. Und mittendrin ich &#8211; natürlich um für die BasisBibel zu lernen. Und um mich mit anderen &#8220;Sprachprofis&#8221; auszutauschen, wie das nun geht, die Bibel &#8220;einfach&#8221; zu schreiben.<span id="more-13"></span>Kurz gesagt: ich habe mich sehr gefreut, denn vieles, über das gesprochen wurde, machen wir genau so. Nur ein paar Beispiele:</p>
<p>Die kurzen Sätze: Wir versuchen ja, mit 16 Worten pro Satz auszukommen. Und damit liegen wir goldrichtig. Die Länge &#8211; oder besser: die Kürze von Sätzen ist ein wesentlicher Faktor für die Einfachheit und Verständlichkeit. je kürzer, desto einfacher. Dann die Sache mit den Nebensätzen: Auch da versuchen wir ja, mit höchstens einem Nebensatz pro Satz auszukommen. und auch damit liegen wir voll innerhalb der Anforderungen an einfache Sprache. Oder das mit dem Wortschatz: Wir vermeiden ungebräuchliche Wörter, Fremdwörter oder sehr spezielle Fachwörter. Ihr erratet es? Genau! Auch damit liegen wir richtig. Nur an einem Punkt gäbe es noch Möglichkeiten: Die Wortlänge. Da gibt es Spezialisten, die ihre Texte dann auch noch so bearbeiten, dass möglichst keine Wörter mit mehr als zwei oder drei Silben darin vorkommen. Nur geht das im Deutschen fast nicht (wir setzen ja so gerne Wörter zusammen), und unsere Verpflichtung gegenüber dem Bibeltext verbietet es uns, beliebig Wörter auszutauschen oder Sätze und Verse umzubauen.</p>
<p>Aber kaum zu glauben: Da gibt es sogar schon Computerprogramme, die allein aufgrund dieser Kriterien (Satzlänge, Wortlänge, Wortarten) bestimmen können, ob ein Text grundsätzlich leichter oder schwerer verständlich ist. Nur - und das wurde auch festgestellt &#8211; allein die Kürze der Sätze oder Worte macht noch keinen verständlichen Text. Vielmehr ist der Sinn entscheidend. Nur wenn ich eben (kurze) Worte sinnvoll zu einem (kurzen) Satz zusammensetze, erhalte ich einen Text, der Bedeutung für mein Leben haben kann. Und das ist vielleicht der wichtigste Aspekt an allen Bemühungen um eine allgemein und leicht verständliche Sprache.</p>
<p>Wie gesagt, viele Teilnehmer kamen aus Politik und Verwaltung. Und da bekommt einfache Sprache noch einmal ein ganz anderes Gewicht. Nur wenn z.B. Gesetze und Verordnungen so geschrieben sind, dass die Menschen sie verstehen, können die Menschen auch aktiv an Politik und Gesellschaft teilhaben. Oder umgekehrt als Forderung: Einfache Sprache ist ein Grundrecht, weil der Gegendstand, über den gesprochen wird (Gesetze, Verordnungen, aber auch Verträge) betreffen die Menschen direkt. Daher ist es eigentlich unabdingbar, dass die Texte, die Menschen betreffen, so geschrieben sind, dass sie sie auch verstehen können. Das betrifft nicht nur Gesetze; das betrifft auch die Informationen zu Versicherungen und Finanzdiestleistungen (wie z.B.Geldanlagen, Aktienfonds, Kredite etc.), die Beipackzettel zu Arzneimitteln und die Strom-, Gas- oder Telefonrechnung.</p>
<p>Und das betrifft dann auch die Bibel. Wenn wir glauben, dass Gottes Wort uns Menschen betrifft, dann müssen wir dieses Wort eben auch in eine Sprache übersetzen, die die Menschen heute verstehen. Und genau das ist der Grund, warum wir das Projekt BasisBibel begonnen haben. Weil wir es als Grundrecht eines jeden Menschen sehen, die Bibel in der Sprache seines Herzens lesen zu können.</p>
<p>Auf jeden Fall war es eine sehr spannende, lehrreiche Erfahrung, und einiges gelernt habe ich auch dabei. Wichtiger als das sind aber die Begegnungen und Gespräche mit Menschen, die in vielen unterschiedlichen Bereichen ein gemeinsames Anliegen verfolgen. Und was mich besonders gefreut hat: Immer wenn die Sprache auf die BasisBibel kam und ich erklärte, was wir denn da machen, erhielt ich viel Bewunderung und Zustimmung, ja Begeisterung darüber, dass wir das Buch der Bücher für die Menschen von heute und in den Medien von heute neu übersetzen.</p>
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		<title>Warum weint Jesus?</title>
		<link>http://blog.basisbibel.de/2007/08/09/warum-weint-jesus/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Aug 2007 15:24:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hartmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[BasisBibel]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Welches ist der kürzeste Vers des Neuen Testaments? Wahrscheinlich der unscheinbare Vers Johannes 11,35, zumindest im Griechischen. Er lautet ganz schlicht: &#8220;Jesus brach in Tränen aus.&#8221; Oder: &#8220;Jesus weinte.&#8221; Und mit dieser Schlichtheit beginnen schon die Probleme. Zum Beispiel: Warum weint Jesus? Im Kontext der Erzählung &#8211; übrigens die Lazarus-Geschichte (Johannes 11,1-44) &#8211; gibt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welches ist der kürzeste Vers des Neuen Testaments? Wahrscheinlich der unscheinbare Vers <a href="http://www.basisb.de/bibelstelle/Joh11,35" title="Johannes 11,35">Johannes 11,35</a>, zumindest im Griechischen. Er lautet ganz schlicht: &#8220;Jesus brach in Tränen aus.&#8221; Oder: &#8220;Jesus weinte.&#8221; Und mit dieser Schlichtheit beginnen schon die Probleme. Zum Beispiel: Warum weint Jesus? Im Kontext der Erzählung &#8211; übrigens die Lazarus-Geschichte (<a target="greybox" href="http://www.basisb.de/bibeltext/Joh11,1-44" title="Johannes 11,1-44">Johannes 11,1-44</a>) &#8211; gibt es nicht wirklich ein Motiv dafür. Klar &#8211; die übliche Erklärung ist, dass Jesus Angesichts des Todes seines Freundes tief bewegt und betroffen war. Aber kurz zuvor war er noch wütend (<a target="greybox" href="http://www.basisb.de/bibelstelle/Joh11,33" title="Johannes 11,33">Johannes 11,33</a>) und wird das gleich im Anschluss wieder sein (<a href="http://www.basisb.de/bibelstelle/Joh11,38" title="Johannes 11,38">Johannese 11,38</a>). Da steckt dann wohl doch mehr dahinter.<span id="more-12"></span></p>
<p>Eine erste Spur: der Ort und die Personen, die in dieser Geschichte vorkommen. Der aufmerksame Leser und die aufmerksame Leserin erinnern sich: Maria und Marta &#8211; die kennen wir doch woher. Richtig: Aus dem Lukas-Evangelium. Genauer gesagt, aus <a target="greybox" href="http://www.basisb.de/bibeltext/Lk10,38-42" title="Lukas 10,38-42">Lukas 10,38-42</a>. Und wenn man genau hinschaut, findet man auch einige Ähnlichkeiten: Maria, die sitzenbleibt, Marta, die die Gäste bewirtet. Marta ist es auch, die die Initiative ergreift, bei Lukas, indem sie Jesus bittet, Maria zurechtzuweisen, bei Johannes, indem sie als erste zu Jesus eilt und dann Maria zu ihm schickt.</p>
<p>Dann folgt die zweite Spur: Die Geschichte spielt bei Johannes in Betanien, kurz vor Jerusalem. Das ist der Ort, in dem Jesus in <a target="greybox" href="http://www.basisb.de/bibeltext/Mt26,6-13" title="Matthäus 26,6-13">Matthäus 26,6-13 </a>und <a target="greybox" href="http://www.basisb.de/bibeltext/Mk14,3-9" title="Markus 14,3-9">Markus 14,3-9</a> von einer Frau gesalbt wird. Das haben wir ja auch wieder in <a target="greybox" href="http://www.baisb.de/bibeltext/Joh12,1-8" title="Johannes 12,1-8">Johannes 12,1-8</a>. Nur ist es hier nicht mehr eine unbekannte Frau, die Jesus salbt, sondern Maria, die Schwester des Lazarus. Die Lazarus-Geschichte (und damit die Geschichte von Maria und Marta) rückt in den Kontext der Passion.</p>
<p>Die dritte Spur: Jesus wird ärgerlich (er ergrimmte im Geiste, wie Luther schön übersetzt hat) und innerlich erregt &#8211; eigentlich steht an dieser Stelle das Wort, das gerade bei Lukas immer dort steht, wo die Jünger oder die Zuschauer Zeugen eines Wunders geworden sind: &#8220;sie gerieten in Furcht&#8221;, &#8220;sie fürchteten sich&#8221;. Und das geschieht in <a target="greybox" href="http://www.basisb.de/bibelstelle/Lk22,44" title="Lukas 22,44">Lukas 22,44</a> mit Jesus auch am Ölberg.</p>
<p>Und dann haben wir die Puzzleteile beisammen: An dieser Stelle, mit der Lazarus-Geschichte beginnt bei Johannes die Passion. Während die Wortverkündigung Jesu zum Abschluss kommt &#8211; ein letztes Mal spricht er noch im nächsten Kapitel öffentlich, aber da gibt es schon kein Verstehen mehr -, beginnt hier das letzte, größte Zeichen Jesu: Die Auferweckung des Lazarus ist der Auftakt zu Tod und Auferstehung Jesu. Angesichts des Todes von Lazarus und im vollen Bewusstsein dessen, was jetzt kommt, nämlich die Auferweckung seines Freundes, die unweigerlich im Fortgang des Evangeliums zum Todesbeschluss des jüdischen Rats und zum Prozess gegen Jesus führt, gerät Jesus in die Erregung, die die anderen Evangelien in der Ölbergszene berichten. Die Ölbergszene, wie wir sie von den ersten drei Evangelien kennen, fehlt im übrigen bei Johannes vollständig. Mit der Auferweckung des Lazarus tritt Jesus ein in seinen eigenen Weg zum Kreuz. Und diesen Weg geht er dann bewusst und selbstbestimmt und ohne innere Zweifel.</p>
<p>Nur hier am Beginn dieses letzten Weges zu seiner Erhöhung und Verherrlichung durchleidet Jesus die Anfechtungen angesichts dessen, was jetzt kommt. Und trauert eben nicht nur um seinen Freund. Und ärgert sich auch schon gar nicht über die Leute in <a target="greybox" href="http://basisb.de/bibelstelle/Joh11,37" title="Johannes 11,37">Johannes 11,37</a>, die einfach nicht glauben wollen, dass Jesus die Auferstehung ist. Auch wenn das die häufigste Erklärung dafür ist.</p>
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